Fürstliches Gipfeltreffen in Bad Pyrmont

Kurgast des Jahres 2016 - Zar Peter


Genau vor 300 Jahren hat der berühmte russische Zar Peter im Fürstenbad Pyrmont gekurt. Zu diesem herausragenden Ereignis bemerkt der Pyrmonter Brunnenarzt Johann Philipp Seip: „Endlich wird das Jahr 1716 unter die berühmten Pyrmonter Brunnenjahre gezählt werden.“ Während seiner zweiten Europareise folgte der Zar dem guten Ruf des Kurortes. Gesundheit und Wohlbefinden versprach er sich vom Pyrmonter Wasser. Er wollte  eine Erkrankung der Leber und Gallenwege behandeln lassen. Zar Peter litt unter Gallen- und Nierenkoliken, die nicht selten mit hohem Fieber einhergingen. Dazu kam eine Erschöpfung durch die Strapazen der Feldzüge, durch Sorgen und Ü

Genau vor 300 Jahren hat der berühmte russische Zar im Fürstenbad Pyrmont gekurt. Zu diesem herausragenden Ereignis bemerkt der Pyrmonter Brunnenarzt Johann Philipp Seip: „Endlich wird das Jahr 1716 unter die berühmten Pyrmonter Brunnenjahre gezählt werden.“ Während seiner zweiten Europareise folgte der Zar dem guten Ruf des Kurortes. Gesundheit und Wohlbefinden versprach er sich vom Pyrmonter Wasser. Er wollte  eine Erkrankung der Leber und Gallenwege behandeln lassen. Zar Peter litt unter Gallen- und Nierenkoliken, die nicht selten mit hohem Fieber einhergingen. Dazu kam eine Erschöpfung durch die Strapazen der Feldzüge, durch Sorgen und Überarbeitung. Zar Peter in der Wandelhalle

Mit einem großen Hofstaat, Kutschen, Pferden und vielen Tscherwonzen (russische Goldmünzen) zog er über die Brunnenstraße ein. Freudig begrüßten ihn die Bürger des Ortes. Alle Kurgäste, insbesondere die des Hochadels, jubelten ihm begeistert zu. Natürlich wollte Zar Peter Wasser mit versprochener heilender Wirkung trinken. Allerdings mit einer gehörigen Portion Skepsis: So musste sein Pope als „Vorkoster“ herhalten. Diesem wurde am Anfang und am Ende Blut abgezapft. Und siehe da, es veränderte die anfänglich schwarze Farbe in gesundes, helles Rot. Trotzdem kam es dem Zaren schwer an, auf Wein und ähnliche Getränke zu verzichten. Wie er es wirklich handhabte, wir wissen es nicht. Aber bei seiner Abreise nahm er 600 Flaschen des Pyrmonter Wassers mit. Vorher zahlte er noch 3 Gulden und 8 Groschen „für Gläser, aus denen seine Zarische Hoheit und andere das Wasser getrunken und die sie zerschlagen haben“.

Zum Ausgleich der ärztlich verordneten Trinkkur suchte er im Tal der sprudelnden Quellen sein Vergnügen in Lustbarkeiten, wie Theater, Musik und anregendem Philosophieren. Er genoss die aufgestellten Schaukeln in Schwanenform. Hier konnte er den adeligen Damen bei deren vergnüglichem Schwingen Gesellschaft leisten.

Zu gerne wollte er auf der Schlossgraft segeln. Doch nur eine Paddelbootfahrt konnte ihm 1716 angeboten werden. Neben diesen mehr oder weniger angenehmen Kurtagen dachte er natürlich auch an sein Reich: Er warb um Handwerker, Architekten und Bauleute für sein Petersburg. Er kaufte Fachliteratur, aber auch Geschenke für seine beiden Töchter im fernen Russland. Rührend lesen sich die Einträge für die jungen Prinzessinnen: Kinderstrümpfe, eine Kinderschalmei und ein Farbkasten mit Pinseln.

Zar Peter in Bad PyrmontZu seinem 300-jährigem Jubiläum gab der Zar dem Ort wieder die Ehre. Dabei wurde er von dem Verein „Pyrmonter Fürstentreff e.V.“ mit Musik, Tanz und Theater verwöhnen. Dazu war noch etwas ganz Außergewöhnliches möglich – der Zar wird segeln! Segeln auf der Schlossgraft! In Zusammenarbeit mit dem Segelclub Schieder-Emmersee ging der Wunsch nach 300 Jahren in Erfüllung. Adelige Herrschaften begleiteten ihn dabei. Ein russisch-deutscher Chor „Rodnik“ (Quelle) feierte den Zaren mit Gesang und Tanz.

Fürst Friedrich Anton Ulrich ließ es sich nicht nehmen, den russischen Herrscher mit Kanonenschüssen von der Wallanlage zu ehren. Diese Schüsse übernahmen die Dechen aus Lügde. Jeder konnte den Zaren bei dieser spektakulären Segeltour am Sonnabend vom Kurpark oder der Schlossstraße aus bewundern. Freudig merkte die Vorsitzende des Fürstentreffs, Christiane Richter, an: „Durch dieses Ereignis können wir den Glanz der vergangenen Jahrhunderte und unsere besondere Kurgeschichte hautnah erleben!“

Auch beim Fürstenfrühstück und im Umzug durch die Stadt konnten alle Besucher dem Zaren und den anderen Mitgliedern des Hochadels ganz nahe sein. So spürten sie den Hauch vergangener fürstlicher und königlicher Zeiten.


Fürstentreff e.V.

1. Vorsitzende

Christiane Richter
Erdfällenstr. 18
31812 Bad Pyrmont

Tel.: 05281/620973
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2. Vorsitzender

Jan Weigelt
Milchweg 6
31812 Bad Pyrmont

Mobil: 0177/4541338


weigelt.arag@gmail.com